Immer wieder liest man Medienberichte von unseriösen Kaffeefahrten. Arglosen Verbrauchern werden dabei oftmals überteuerte Medizinprodukte verkauft, deren Wirkung häufig mangelhaft ist. Mit welchen Machenschaften bei diesen Fahrten gearbeitet wird, und wie ein Verbraucher seriöse Werbung für Medizinprodukte von unseriöser unterscheiden kann, darüber informieren die bayerischen Apotheker anlässlich des Bayerischen Apothekertages 2009 in Bad Füssing.
Wie funktioniert die Masche bei den Kaffeefahrten nun? Noch im Bus oder während einer Fahrtpause im Nebenraum einer Gaststätte, bewirbt ein eigens geschulter Verkäufer Produkte wie Vitaminpulver oder Magnet-Resonanz-Decken. „Die Wirkung der Präparate sei dahingestellt“, sagt Apotheker Dr. Matthias Schneider, Beiratsmitglied des BAV Bayerischer Apothekerverband e.V. Der Verkäufer fordert einen Teilnehmer auf, in einer beliebigen Apotheke anzurufen und dort über die Pharmazentralnummer den Listenpreis für genau dieses Produkt zu erfragen. In diese Liste kann ein Hersteller prinzipiell jedes Medizin-Produkt eintragen, sogar Bücher. Dort ist dann meist ein völlig überteuerter Preis gelistet, den der unvorbereitete Apotheker dem Anrufer nennt. „Wenn es das in der Apotheke gibt muss es ja gut sein“, mag der unbedarfte Laie denken. Ob das Produkt tatsächlich in der Apotheke geführt wird, steht auf einem anderen Blatt. Der Anbieter der Kaffeefahrt verlangt dann nur die Hälfte des Listenpreises, was aber angesichts der Qualität der Ware in aller Regel immer noch zu teuer ist. „Die Gutgläubigkeit der Kunden, die Qualitätsansprüche der Apotheken und das Klischee vom „Apothekenpreis“ spielen hier als perfider Trick auf unsägliche Art zusammen“, so Dr. Matthias Schneider.










