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17.10.2012
Grippeimpfstoff in vielen Fällen nicht lieferbar

Bayerns Apotheken stellen nach wie vor einen Engpass bei der Versorgung mit Grippeimpfstoffen fest. Das hat eine aktuelle ad hoc Umfrage des BAV Bayerischer Apothekerverband e.V. gestern und heute ergeben. Über 1.000 Apotheken haben angegeben, dass sie Impfstoffe für die Impfsaison 2012/2013 gar nicht, oder zumindest nicht in ausreichender Menge beziehen können. „Der derzeitige Impfstoffmangel ist das Ergebnis einer Ausschreibung, bei der sich die Kassen auf einen einzigen Hersteller verlassen haben, der nun nicht liefern kann. Es gibt inzwischen nur noch Verlierer, aber keine Gewinner mehr. Die Leidtragenden sind letztlich die Patienten, die sich nicht impfen lassen können“, sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, 1. Vorsitzender des BAV Bayerischer Apothekerverband e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern hatte bei einer Ausschreibung für die aktuelle Impfsaison den Zuschlag an Novartis Vaccines erteilt. Kassenpatienten hätten nur mit dem Impfstoff dieses Herstellers geimpft werden dürfen. Novartis Vaccines hatte kürzlich mitgeteilt, dass der besagte Impfstoff erst Ende November oder Anfang Dezember geliefert werden könne. Experten empfehlen jedoch eine Impfung im Oktober oder November, um ausreichend gegen den Virus geschützt zu sein.

Hubmann: „Es ist für uns absolut unverständlich, dass eine per Ausschreibung gewonnene und zugesagte Menge an Impfstoff aufgrund von Produktionsverzögerungen nun so spät in den Markt kommt, dass sie nahezu nicht mehr verimpft werden kann“. Um die Zeit zu überbrücken, hat die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern angekündigt, auch die Impfstoffe einiger anderer Hersteller zu erstatten, bis Novartis Vaccines in der Lage ist, zu liefern.

Der Bayerische Apothekerverband hat daraufhin umgehend mit anderen Impfstoffherstellern Kontakt aufgenommen, um mögliche Überproduktionen für die bayerischen Patienten zu organisieren. „Wir stellen jedoch fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht genug Impfstoffe vorhanden sind. Die nun fehlenden 1,9 Millionen Dosen Impfstoff, die Novartis Vaccines nach Bayern hätte liefern sollen, können nicht so einfach ausgeglichen werden. Die anderen Hersteller hatten nach der Ausschreibung verständlicherweise nicht damit gerechnet, auch den bayerischen Markt zu beliefern. Dementsprechend haben sie weniger produziert“, sagt Dr. Hans-Peter Hubmann. „Wir haben immer wieder betont, dass Ausschreibungen für Impfstoffe große Risiken bergen. Für die nächste Saison setzen wir auf vernünftige vertragliche Lösungen, damit Patienten rechtzeitig und ausreichend geimpft werden können“. Die Apothekerinnen und Apotheker in Bayern werden alles tun, um so viel Impfstoff wie möglich für gesetzlich Krankenversicherte zu organisieren.

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