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15.06.2018
Vorsicht beim Grillen: Apotheker geben Tipps wie man Brandwunden vermeidet oder richtig behandelt

Grillen macht Spaß. Gerade während der Fußball-WM gibt es für viel Fans nichts Schöneres, als sich mit Freunden und Familie zu einer fröhlichen Grillparty zu treffen. Leider kommt es dabei immer wieder zu Brandverletzungen. Im Fall des Falles heißt es dann, schnell und richtig zu reagieren. Apotheker Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes e.V., gibt deshalb wichtige Tipps, wie Brandwunden richtig behandelt werden.

Wärmequelle entfernen und dann kühlen!

Das Wichtigste bei einer Verbrennung ist es, zu verhindern, dass sich die Schädigung ausweitet, daher rät Apotheker Hubmann, als erstes die Wärmequelle zu entfernen und brennende Kleidung zu löschen. „Danach sollten Sie die betroffenen Stellen kühlen. Dazu verwenden Sie am besten nicht zu kaltes Wasser. Vom Gebrauch von Eiswasser oder Kühlakkus rate ich dringend ab. Sie würden das Gewebe noch mehr schädigen. Halten Sie die betroffenen Körperteile unter fließendes Wasser, bis der Schmerz nachlässt, mindestens jedoch 15 Minuten“, sagt Apotheker Hubmann. Nach dem Kühlen soll die Wunde steril abgedeckt werden, weil Brandwunden sehr entzündungsgefährdet sind. Am besten eignen sich dafür Kompressen, die mit einer Metallschicht bedampft sind. Sie verkleben weniger mit der Wunde.

Kleinere Verletzungen kann man selbst behandeln. Aber: Finger weg von „Hausmitteln“

Leichte Verbrennungen, bei denen die Haut nur eine Rötung zeigt, kann man selber weiterbehandeln, sofern sie nicht großflächig sind. Bei Verbrennungen 1. und 2. Grades kann ein Brand- und Wundgel aufgetragen werden. Diese Brandgele kühlen, lindern dadurch die Beschwerden und wirken desinfizierend. Hubmann: „Ist die betroffene Stelle größer als die Handfläche des Patienten oder hat der Patient starke Schmerzen, oder Schwindelanfälle, sollten Sie unbedingt den Rettungsdienst rufen. Verbrennungen bei Säuglingen und Kindern müssen in jedem Fall von einem Arzt behandelt werden, weil der Verbrennungsbereich im Verhältnis zur kleinen Körpergröße immer relativ groß ist.“ Sogenannte Hausmittel wie Mehl, Butter, Zahnpasta oder Puder haben auf einer Brandwunde nichts zu suchen: „Sie verkleben die Wunde und sind nur schwer zu entfernen, wenn diese vom Arzt versorgt werden muss“, erklärt Apotheker Hubmann.

Unfälle beim Grillen vermeiden

Um Brandverletzungen beim Grillen zu vermeiden, empfiehlt Dr. Hans-Peter Hubmann, folgende Regeln zu beachten:

• Verwenden Sie einen stabilen Grill und stellen Sie ihn kippsicher und windgeschützt auf

Feuern Sie den Grill niemals mit brennbaren Flüssigkeiten wie Benzin oder Spiritus, Petroleum, Diesel oder Öl an! Am besten Verwenden Sie feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel

• Verwenden Sie Schutzhandschuhe und lange Grillzangen

• Zur Sicherheit sollten ein Eimer mit Sand oder Wasser oder ein Feuerlöscher bereitstehen.

• Kinder sollten nicht in der Nähe des Grills sein